Text: und dann machen wir es uns gemütlich

Das Wohnzimmer ist das Zimmer einer Wohnung in dem sich die Bewohner in vielen Fällen am häufigsten aufhalten und man erkennt es daran, dass darin meistens der Fernseher steht.

In der Mitte eine orange Polstergarnitur mit niedrigem Tisch, darauf ein kleiner Kugelaschenbecher, wahrscheinlich von Quist aus zweischichtigem Glas: Außen candybraun; innen unschuldiges weiss (d: 7cm) auf angeschliffener Fläche stehend, mit einer tiefen Zigarettenmulde. Im offenen Schrankelement dahinter eine hohe Vase aus weißem Pozellan mit grün-blauem Punktemuster, ein Plattenspieler von der Firma Braun, einige Bücher, ein Drahtgestell mit sechs kleinen bunten Cognacschwenkern und (alkoholische) Getränke. Sind Freunde zu Besuch, gibt es belegte Brötchen oder hartgekochte Eier mit einem mayonnaisebetupften Tomatendeckel. Danach wird  Pfirsichbowle aus einer bauchigen Glasschüssel geschöpft, in der Fruchtstücke in einer rosafarbenen Flüssigkeit schwimmen; selbstgemacht nach einem geheimen Hausrezept.

Von der Seite fällt das Licht auf die ausgeprägte Holzmaserung der Anbauwand; könnte Nussbaum oder Palisander sein, daneben am Fenster ein großer Gummibaum, in der Ecke ein dreibeiniger Blumenständer mit mehreren Etagen aus Resopal in den Farben rot und grau, die Namen der Pflanzen darauf kenne ich nicht. An der Wand hängt ein Bild, mit einer Frau die auf einem creme-weißen Flokati Teppich liegt und telefoniert.

Sind wir allein ziehe ich mein Hemd und meine Hose aus,lege mich auf das Sofa und decke mich mit einer Polyesterdecke zu, die mir meine Eltern einmal zu Weihnachten geschenkt haben; Karin bringt das Knabbergebäck und dann machen wir es uns gemütlich.